Sie wollte es Elle Danzig nachmachen. Diese gewann 1998 als letztes dreijähriges Pferd den Idee Hansa-Preis. Und wie schon damals (Elle Danzig zahlte 15:10) war das Vertrauen der Wetter trotz starker Konkurrenz endlos.
Bis auf 22:10 hatte das Hamburger Publikum Nordtänzerin herunter gewettet. Doch vergeblich. Am Ende nur Rang drei für die Diana-Dritte. Wie schon in der Diana langte es nicht!
Denn der Hansa-Preis wurde zum besten Geburtstagsgeschenk der ganzen Welt. Happy Birthday, Götz Meyer zu Reckendorf. Egerton hat Ihnen das schönste Geschenk gemacht, dass man sich nur wünschen kann. Ein Sieg zum 68. Geburtstag! Und was für einer. Nur zwei Monate nach seinem Sieglosen-Sieg nun der Erfolg auf Gruppe II-Parkett.
Unter Terry Hellier, der den fünfjährigen Groom Dancer-Sohn das Rennen über im Mittelfeld versteckt hatte, brummte Egerton Mitte der Gerade so richtig auf. Unmittelbar nachdem die Gerade erreicht war, hatte Nordtänzerin die Initiative ergriffen. Doch die Danehill Dancer-Stute stand unter Filip Minarik ihren Angriff nicht durch, kämpfte aber immerhin zäh für das dritte Geld.
Unterwegs hatte Donaldson das Tempo gemacht. Er wollte auf den Spuren seines Vaters Lando wandeln, der das Rennen ein Jahr nach seinem Derbysieg 1994 gewonnen hatte. Doch daraus wurde nichts. Der Hengst, der vor dem Rennen wie schon in Düsseldorf stark schwitzte, konnte, als es zu Sache ging, nicht zulegen. Am Ende nur Rang fünf. Zuletzt war er noch vor der Derby-Hoffnung Schiaparelli geblieben. Vierter wurde Vorjahressieger Simonas. Davor landete Nordtänzerin.
Und Zweiter wurde die Überraschung des Tages: Der sechsjährige Song Writer lief das Rennen seines Lebens, wurde unter Andreas Boschert Zweiter. 21.000 Euro werden in die Schweiz überweisen, Carmen Bocskai ist Trainerin des Monsun-Sohnes, der zuletzt Dritter in einem 18.000er in Frauenfeld geworden war.
„Wenn mich einer schlägt, dann Egerton“, soll Torsten Mundry vor dem Rennen gesagt haben. Das scheint sich herumgesprochen zu haben. Denn trotz der Frankreich-Pleite zuletzt zahlte Egerton nur 59:10. Auf der Wettplattform RaceBets.com hatte es gestern noch 115:10 auf Egerton gegeben, den vor zwei Jahren ein Griffelbeinbruch aus der Bahn geworfen hatte.
„Ich muss mich bei dem Besitzer bedanken, der mir immer freie Hand ließ und immer an das Pferd geglaubt hat. Das Pferd hatte es verdient“, so Peter Rau nach dem Highlight eines tollen Hamburger Sonntages.
‚Die Wahl war für Torsten Mundry sicher nicht einfach, aber er hatte mit Donaldson das Gruppe I-Rennen vorher gewonnen‘, fügte Rau weiter an.
Nordtänzerins Trainer Peter Schiergen wirkte nicht ganz zufrieden: ‚Es war ein etwas offensiver Ritt, aber die Stute pullte stark.‘ Aber am Sonntag war es nur die Stunde eines Pferdes, die Wiedergeburt von Egerton!











