Es ist manchmal ein mühsames Geschäft, ein Gruppe I-Rennen qualitativ und quantitativ anständig zu bestücken. Der Deutschland-Preis an diesem Sonntag in Düsseldorf ist solch ein Beispiel. In der Vergangenheit hat sich ab und an der aktuelle Derbysieger auf der Grafenberger Bahn präsentiert, diesmal könnte es ein möglicher sein.
Schiaparelli (Foto), der jüngere Bruder von Samum, zählt aktuell schon zu den Favoriten auf den Sieg im „Blauen Band“ und soll in Düsseldorf den letzten Schliff für Hamburg bekommen.
Wobei er es trotz der Dotierung von 155 000 Euro nahezu ausschließlich mit einheimischen Gegnern zu tun hat. Da war es nur erfreulich, dass sich das Gestüt Schlenderhan entschlossen hat, aus seiner inzwischen extrem schlagkräftigen Pariser Filiale Salutino nach Düsseldorf zu beordern. Andreas Suborics hat den Ritt auf dem Monsun-Sohn aus dem Quartier von Andre Fabre.
Seinen Reiz bezieht das Düsseldorfer Rennen sicher aus dem Aufeinandertreffen zwischen Schiaparelli und einigen bewährten älteren Gruppe-Pferden. Es ist zweifelsohne eine ungewöhnliche Derbyvorbereitung für den Monsun-Sohn, doch hatte Peter Schiergen diese Prüfung mangels anderer Möglichkeiten schon frühzeitig ins Auge gefasst.
Ohne Frage hat sich Schiaparelli von Start zu Start gesteigert, und es ist gut möglich, dass sein aktueller Pilot Filip Minarik ihn auch in Hamburg steuern wird. Der Champion ritt mit Gonbarda auch den Vorjahressieger.
Kurzfristig wieder ins Rennen zurückbeordert wurde Gary Tanakas Simonas, der einen verletzungsbedingt erfolglosen Ausflug nach Dubai hinter sich hat. Für All Spirit, den Sensationssieger aus dem Gerling-Preis, wäre durchlässiger Boden günstig, doch ob er diesen antreffen wird, ist eher fraglich.
Donaldson dagegen könnte eine schnelle Bahn bevorzugen, ob er die Klasse hat, um nach seiner Sperre wegen Nachweises eines unerlaubten Mittels nach vorne zu laufen, wird sich zeigen.
Es hat sich in den vergangenen Tagen gezeigt, dass es kein leichtes Unterfangen ist, gegen die Fußball-WM zu veranstalten. Gerade dem engagierten Freundeskreis des Reiter- und Rennvereins um Albrecht Woeste, der das Rennen finanziell erst ermöglicht hat, wäre ein Erfolg zu gönnen.










