Am Sonntag könnte es auf der Schlossbahn in Chantilly zu einem Novum kommen, denn im von Mitsubishi Motors gesponserten Prix du Jockey Club, dem französischen Derby, tritt zum ersten Mal ein in Deutschland trainiertes Pferd an. Gestüt Röttgens Winterfavorit Aspectus (Foto), zuletzt unglücklicher Zweiter im Mehl-Mülhens-Rennen, geht unter Adrie de Vries in das mit 1,5 Millionen Euro dotierte Gruppe I-Rennen, das erst zum zweiten Mal über die Distanz von 2100 Meter führt.
Und diese Distanz ist auch für den Spectrum-Sohn Neuland, denn die maximale Distanz auf der er bislang angetreten ist, waren die 1700 Meter, die er bei seinem Sieg im Dr. Busch-Memorial zurückgelegt hat.
Doch auch wenn in dem Feld, das aus maximal 16 Pferden bestehen wird einige sehr starke Pferde sind, geht man in Röttgen mit der Devise „Bangemachen gilt nicht“ ins Rennen.
„Aspectus hat sehr gut gearbeitet, wir sind sehr zufrieden mit ihm. Für ihn wird es der erste Start über einen weiteren Weg sein, aber nach den Trainingseindrücken sollte er die Distanz bewältigen können“, heisst es aus dem Quartier des Winterfavoriten.
Aspectus wird aber nicht als einziger deutsche Farben vertreten, denn mit von der Partie ist auch der Schlenderhaner Arras, ein von Startrainer Andre Fabre trainierter Monsun-Sohn, der bei zwei Starts noch ungeschlagen ist. Bei seinen beiden Siegen hatte Arras Mathias Sautjeau im Sattel, diesmal wird Olivier Peslier den Ritt ausführen, da Christophe Soumillon für den Aga Khan Darsi aus dem Stall von Alain de Royer-Dupre reiten muss.
Die stärksten einheimischen Waffen könnten aus dem Provinzstall von Jean-Claude Rouget kommen, der ohnehin in den letzten Wochen aus allen Rohren feuert. Mit Numide, der im Prix Hocquart in Longchamp dem späteren italienischen Debysieger Gentlewave die erste Niederlage beibrachte, und dem für 60.000 Euro nachgenannten Barastraight, der im Prix La Force, ebenfalls in Longchamp, den Ullmann-Hengst Echoes Rock knapp auf die Verliererstraße schickte, ist Rouget gleich doppelt vertreten.
Aus dem Stall von Francois Rohaut kommt Irish Wells, der im „La Force“ Dritter war. Andre Fabre ist neben Arras noch mit dem Abdullah-Hengst Champs Elysees vertreten. Das französische Aufgebot komplettieren Best Name, zuletzt Listensieger in Longchamp, und Fenice, die beide aus dem Quartier von Robert Collet kommen, sowie Hello Sunday, der den Stall von Criquette Head-Maarek vertritt. Hello Sundy war zuletzt als Dritter im Prix Greffulhe chancenlos gegen Visindar, doch dieser ist ja am Sonntag nicht mit von der Partie.
Den Weg von der britischen Insel über den Kanal tritt in jedem Fall der von Barry Hills trainierte Olympian Odyssey an, der nach einem Rennen von der Spitze aus in den englischen 2.000 Guineas hinter George Washington und Sir Percy einen ausgezeichneten dritten Platz belegte. Wie in Newmarket wird der englische Championjockey Jamie Spencer der Partner des Sadler’s Wells-Sohnes sein.
Doch dieser ist nicht der einzige „Brocken“ aus England, denn begleitet wird er von Art Deco aus dem Stall von Charlie Egerton. Dieser geht unter Godolphin-Stalljockey Frankie Dettori ins Rennen. Egerton schaffte mit dem Hengst das Kunststück, ihn trotz einer Pause seit September gleich siegfertig in die Dee Stakes in Chester zu schicken. So ist Art Deco, bei dem man also auch weiß, dass er stehen kann, ein weiterer harter Prüfstein für Arras und Aspectus.
Dritter englischer Gast könnte Hazeymm sein. Der Schützling von Mick Channon musste in den Derby Trial Stakes in Lingfield nur Linda’s Lad vor sich dulden, eine der beiden Waffen von Andre Fabre für das Epsom Derby.
Sieben Pferde hatte Aidan O’Brien für den Prix du Jockey Club genannt, drei davon blieben nach dem letzten Streichungstermin stehen. Und auch diese verfügen natürlich über viel Potenzial.
Allen voran Aussie Rules, der vor drei Wochen in Longchamp die Poule d’Essai des Poulains gewann. Der Danehill-Sohn dürfte wohl der Ritt von Kieren Fallon werden, denn er besitzt doch wohl mehr Klasse als Altius (zuletzt Dritter in den Ballysax Stakes, Gr.III) und Hurricane Cat, der vor einer Woche nur Siebter in den Irish 2.000 Guineas war.
Im Rahmenprogramm tritt mit dem Monsun-Sohn Salutino ein weiterer Schlenderhaner an. Der Fabre-Schützling wird im Grand Prix de Chantilly (Gruppe II, 2400 m, 130.000 Euro) wie Arras von Olivier Peslier geritten, trifft auf maximal neun Gegner.










