Die Entwicklung könnte fatal sein für den Galopprennsport in der Domstadt: Claas Kleyboldt, der Präsident des Kölner Rennvereins, hat die jüngste Entscheidung des Stadtent-wicklungsausschusses, eine Bebauung des Rennbahn-geländes an der Niehler Straße vorerst nicht zu genehmigen, in einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger als „Katastrophe“ bezeichnet. Damit wurde ein Vorschlag von Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) abgelehnt.
Die rot-grüne Mehrheit im Stadtrat hat beschlossen, dem Rennverein zunächst nur die Bebauung des derzeit als Parkplatz genutzten Geländes an der Scheibenstrasse zu genehmigen. „Erst wenn die dort erzielten Erlöse nicht ausreichen, über eine straßenbegleitende Bebauung der Niehler Straße nachgedacht werden“, so Barbara Moritz, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat.
Als Ausgleichsfläche für eine Parkplatz soll dann möglicherweise eine unmittelbar an der Scheibenstrasse gelegene Wiese genutzt werden.
Nach den bisherigen Berechnungen würden bei einer Bebauung dieses Geländers 3,6 Millionen Euro erlöst – zu wenig, um eine Teil der Schulden abzubauen und dringend notwendige Investitionen zu tätigen.
Kleyboldt erklärte, dass „das Baurecht für die Scheibenstrasse allein für den Rennverein nur eine Verlängerung des Siechtums“ bedeutet und dass „das Ganze nur unter ideologischen Gesichtspunkten entschieden ist.“ Die jetzige Saison könne nach dem aktuellen Beschluss noch durchgeführt werden, „in neun Monaten sind wir dann in der gleiche wirtschaftlichen Klemme wie jetzt.“
Kleyboldt kündigte zum Jahresende den Rücktritt des gesamten Vorstandes an, sollte sich die Situation nicht ändern.
Bei einer Insolvenz des Kölner Rennvereins würde das gesamte Gelände dem Land Nordrhein-Westfalen zufallen. Der Verein hatte angekündigt, bei einer Bebauung der Niehler Straße die Satzung dahingehend geändert würde, dass bei eine möglichen Insolvenz zukünftig die Stadt der Nutznießer wäre.
Dieses Faustpfand, so Kleyboldt, gäbe man bei der derzeitigen Situation natürlich nicht aus der Hand. Helmut Linssen (CDU), Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, hat bereits signalisiert, dass das Land „kein Interesse habe, den Rennbetrieb fortzuführen.“











