Bis weit in die Gerade schien alles nach Plan zu laufen. Im Albers German Turf Open (Gruppe III, 50.000 Euro, 2200 m) rückte der 17:10-Favorit Soldier Hollow (William Mongil) in bester Haltung von Platz von Platz vier im Einlauf bald schon an die Spitze vor. Sein Jockey nahm sich bald die Brille ab. Doch was dann kam, war nicht nach dem Drehbuch des Park Wiedingers.
Enttäuschend früh hatte der ‚Galopper des Jahres 2004‘ nichts mehr in seinem Tank, enttäuschend früh wurde er von vier (!) Konkurrenten überlaufen. Ob es nur an der relativ weiten 2200 Meter-Strecke gelegen hat?
Rang fünf war das nüchterne Ergebnis. Ganz andere gaben zuletzt den Ton an. Allen voran der früher von Andreas Wöhler, jetzt von Simon Dow in England trainierte Birkspiel (Foto), der lange mit Soldier Hollow kämpfte. Der Singspiel-Sohn, von Darryll Holland optimal aus dem Vordertreffen geritten, setzte sich noch locker ab, kam zu seinem ersten Gruppe-Treffer. 48:10 gab es auf den ‚Neu-Engländer‘.
Stark machte sich noch Bailamos (Filip Minarik), ein Trainingsgefährte von Soldier Hollow in Szene, spurtete auf den Ehrenplatz vor dem immer wieder anziehenden Laredo Sound (Andrasch Starke saß nach der Abmeldung von Alpacco im Sattel). Schließlich schob sich auch noch Near Honor an Soldier Hollow vorbei.
Dessen Trainer Peter Schiergen in einem ersten Statement: ‚Es war nicht so glücklich, dass er in die Gerade hinein so weit außen gegangen ist, das waren fast 2300 Meter. Und das ist dann doch zu weit für ihn.‘
Hochzufrieden wirkte natürlich Birkspiels neuer Trainer Simon Dow: ‚Er ist erst seit sechs Wochen bei mir. Nennungen hat er im Gerling-Preis und in Baden-Baden, aber seine Besitzerin würde ihn gerne auch einmal in England sehen.‘
Noch am Freitagmorgen wurde die neuerstellte Trainingsanlage in Bremen-Mahndorf dem Publikum präsentiert. Nun kam mit Pegasus mondrianus (Alexander Pietsch) aus dem Stall von Pavel Vovcenko in der zweiten Prüfung der erste Sieger aus dieser Zentrale.
Buchmacher Bernd Albers, der den Renntag gesponsert hatte, freute sich über den Sieg von Stieglitz (Filip Minarik/Otto-Werner Seiler), der seine Farben vom Stall Matterhorn trägt, im Justus Schmucker Gedächtnis-Rennen (Ausgleich III).
Enorm viel Geld gab es auf die Dreierwette des vierten Rennens, das Amajana (Carina Fey/Hans-Heinrich Jörgensen) vor Narsus und Tender Boy gewann: 59.909:10 Euro. Im Finalrennen erlebte man durch Miss Chocolat (366:10, Jozef Bojko) eine Sensation, die Viererwette wurde nicht getroffen.
William Mongil markierte auf der 99:10-Chance Persico aus dem kleinen Stall von Besitzertrainer Philipp Feddern, der ebenfalls bald in Mahndorf trainieren wird, seinen zweiten Treffer nach Lauro in der Maidenklasse.
Andreas Suborics (am Sonntag in Frankfurt zu Fall gekommen) musste nach dem dritten Rang mit Jasmina im fünften Rennen alle weiteren Ritte abtreten. Er klagte über leichte Probleme mit dem Oberarm, an dem er sich in Niederrad Prellungen zugezogen hatte.
Seine Jockeyship bewies der bei zwei Ritten doppelt erfolgreiche Darryll Holland, als er den von Tim Gibson ebenfalls in Mahndorf vorbereiteten Boromir (63:10) im Ausgleich II noch sicher an dem Außenseiter Heluan vorbeibrachte, der Favorit Page´s Boy erreichte mit ‚Ersatzreiter‘ Andrasch Starke nur noch Platz drei.
Schon nach dem vorletzten Rennen hatte man die 200.000er-Umsatzmarke geknackt, war damit sehr zufrieden.











