Naturgemäß schränkt die winterliche Witterung die Trainingsmöglichkeiten stark ein. Wer Kondition aus Starts in den vergangenen Wochen hat oder auf einer praktikablen Sandbahn arbeiten kann, ist folglich stark im Vorteil. Die Starterangaben in den Sekretariaten der Veranstalter geraten derzeit zu einem Kraftakt. Kampf um jeden Teilnehmer lautet die Devise.
Auch in Neuss hätte man sich am Sonntag sicherlich den einen oder anderen Kandidaten mehr gewünscht, doch sind 81 Starter in neun Rennen sicherlich noch akzeptabel. Erwartungegemäß sind die Handicaps zahlenmäßig gut zusammengekommen, während es in den Altersgewichtsrennen etwas übersichtlicher zugeht. Aber dafür entschädigt die Klasse der Protagonisten nicht nur, sie kann einen so richtig begeistern.
Den Anfang macht der Preis der Sport-Welt über 1500 Meter. Hier trifft Peter Hirschbergers Miss Lips (JIri Palik) erneut auf den von Thomas Horwart trainierten Ex-Gruppesieger Sambaprinz (Jozef Bojko). Doch sich allein auf ein Duell dieser beiden Pferde zu konzentrieren wäre verfehlt. Denn da wäre mit dem achtjährigen Sacho noch ein Teilnehmer, der trotz Höchstgewichts alle anderen hinter sich lassen kann. Nicht auslassen sollte man auch Eckhard Saurens Gonpardo (Andrasch Starke), der sich mit ordentlichem Erfolg in der Verkaufsklasse in Deauville betätigte.
Die Neusser wollen und bieten noch mehr. „Das wird ein echtes Vorbereitungsrennen für das große Event im März“, freut sich Reinhard Ording vom Neusser Reiter- und Rennverein vor dem Rennsportstudio Michael Sieberts – Sandbahn Grand Prix-Aufgalopp.
Mit 6500 Euro winkt auch etwas mehr Geld als sonst in derartigen Rennen. Für das Listenrennen, das zumeist auch starke internationale Konkurrenz anlockt, proben mehrere Hauptdarsteller der vergangenen Wochen und Monate. Aber auch der Schnee-Grand Prix in St. Moritz ist häufig das mittelfristige Ziel.
Wie umgewandelt präsentierte sich Lucien van der Meulens Little Neck auf Sand. Erstaunliche vier Treffer gelangem dem Hengst hier bereits. Nun sitzt auf dem noch nicht lange von Trond Hansen trainierten Schimmel wieder Adrie de Vries. Vor dem Sand Grand Prix könnte er in wenigen Wochen auch den Großen Preis von St. Moritz bestreiten.
Natürlich hat man auch dieses Schnee-Ereignis im Blick mit Quiron (Foto). Carmen Bocskais Neuzugang hinterließ bei seinem Debut auf diesem Untergrund einen bestechenden Eindruck. Als Titelverteidiger wird Armand in den Engadin reisen, der kürzlich am Hessentor erfolgreiche Schützling von Peter Schiergen zählt unter William Mongil nun ebenso zu den Favoriten in Neuss wie Peter Hirschbergers Dreifach-Sieger Blueberry Forest (Carina Fey), der den Sand-Grand Prix avisiert.
Das gilt auch für den von Heinz Hesse entsandten Grantley (Norman Richter), dessen Comeback versprechend ausfiel.
Im siebten Rennen lockt die Viererwette, auch die Dreijährigen geben sich am Sonntag wieder die Ehre.










