Nach einer Nach einer nicht den Erwartungen entsprechenden Saison des Diana-Stalles in Hoppegarten in 2005 fand innerhalb kurzer Zeit ein erneuter Trainerwechsel im dicht an der Bollensdorfer Trainierbahn gelegenen Quartier statt. Etwas mehr als ein und einviertel Jahr dauerte die zweite Amtszeit von Thomas Dunkel.
Trotz diverser unglücklicher Umstände, hauptsächlich im verganenen Frühjahr, sprang am Ende offenbar zu wenig heraus, um ein weiteres Trainerjahr zu rechtfertigen. Zu Beginn des Monates Dezember des letzten Jahres setzte Karl Dieter Ellerbracke mit Karen Haustein eine Frau auf den Posten als verantwortliche Trainerin, die damit berufliches Neuland betritt.
Zugleich war eine neue Trainerin, wie auch das Überstellen eines neuen Jährlingslots, kein geringes Zeichen des Auenqueller Chefs für den Trainings-und Rennbahnstandort Hoppegarten. Auenquelle ist seit der Wende am Rande der Hauptstadt ununterbrochen als Besitzer aktiv.
Man merkt Karen Haustein die Freude über ihre berufliche Chance im Trainergeschäft an. Zwei Monate vor ihrem Wechsel nach Hoppegarten feierte die 43-Jährige in Mülheim ihr zwanzigjähriges Jubiläum am dortigen Diana-Stall. Von Anfang an gehörte sie also zum dortigen Team von Uwe Ostmann.
Eine lange Zeit an der Seite eines Erfolgscoaches, was sich sicher als Vorteil für ihre neue Karriere erweisen sollte. Aber ganz klar, sie muss nun ihre eigene Handschrift finden, um mit ihrer Hoppegartener Mannschaft, in der übrigens die Frauen in der Mehrheit sind, eine solide erste Saison abzuliefern.
An eventuellem Druck, der auf ihr lastet, oder den sie sich selbst auferlegt, ist im Gespräch nichts zu spüren. Vielleicht liegt dies darin begründet, dass sie sich seit längerem auf diesen Schritt einstellen konnte.
‚Ich habe bereits im Jahr 2000 den Trainerschein gemacht, natürlich mit Ambitionen, da dies einem ja nicht geschenkt wird und auch ziemlich teuer ist. Ich bekam dabei die volle Unterstützung von Herrn Ellerbracke. Damals nicht ohne den Hintergedanken in näherer Zukunft eine verantwortliche Position für Auenquelle zu übernehmen. Und nun gute sechs Jahre später habe ich die Chance bekommen, hier in Hoppegarten‘, blickt Karen Haustein zurück.
Das Gestüt Auenquelle nimmt mit dem Diana-Stall den Großteil des beruflichen Werdeganges der neuen Trainerin ein, die in Hamburg aufwuchs und auf der Derbybahn vom Rennsportbazillus befallen wurde.
‚Ich wollte als Kind immer schon reiten und irgendwann ging ich mit einer Freundin zur Hamburger Derbywoche, weil sie Freikarten hatte. Da war ich so ungefähr zwölf Jahre alt, und meine Freundin meinte, ich könnte das auch, Jockey werden. Und das wurde dann mein Ziel. Natürlich absolut gegen den Willen meiner Eltern, aber ich habe meinen dicken Kopf durchgesetzt und bei Manfred Biermann in Bremen später meine Lehre gemacht. Zwischen 80 und 85 Siege sind insgesamt herausgesprungen, so wirklich genau mitgezählt habe ich nicht‘.
Zur Erfüllung des Zieles, Jockey zu werden, hat es aber auf jeden Fall für sie gereicht. Nach der Lehrzeit blieb Karen Haustein in Bremen, war kurz bei Adolf Wöhler und dann für zwei Jahre am Stall von Hubertus Fanelsa. Anschließend arbeitete sie mit ihrem damaligen Mann Werner Haustein für ein Jahr auf einem Gestüt in Bayern bei einem Besitzertrainer. Dann folgte der Wechsel nach Mülheim.
‚Dieser Stall wurde gerade neu aufgemacht, besaß von Anfang an einen hohen Standard und in den folgenden zwanzig Jahren wurden viele schöne Erfolge errungen. Dort gab es stets hoch qualifiziertes Personal, Leute mit Versand und Gefühl für Pferde. Das eigenverantwortliche Arbeiten in diesem Team ist mir richtig ins Blut übergegangen. Und Herr Ostmann ist ein toller Trainer, bei dem ich über die Jahre viel lernen konnte. Er hat mich wohl sehr geprägt‘, stellt Haustein fest.
Noch findet man auf ihrer Trainingsliste beim Direktorium keine Pferde, jedoch wird sich dies in den nächsten Tagen ändern. Wenn dann die 26 Pferde abrufbar sind, wird man nicht einen Vierbeiner finden, der bereits einmal die Rennbahn kennengelernt hat.
‚Das ist sicher etwas ungewöhnlich, aber der Stall setzt sich aus Zwei-und Dreijährigen zusammen, dazu kommt gerade mal noch ein Vierjähriger‘, erläutert die Trainerin. Ein bißchen Zeit zum ‚Materialcheck‘ hat sie mittlerweile gehabt, aber natürlich kommen die richtigen Arbeiten erst im Frühjahr.
Seit Weihnachten bekommen ihre Schützlinge intensives Grundtraining auf dem angelegten Trabring, Haustein denkt schon, ein bis zwei recht gute Dreijährige unter ihnen ausgemacht zu haben und auch bei den Zweijährigen steckt ‚…was Ordentliches dazwischen‘, wie sie sagt.
Neben den Auenqueller Pferden zeichnet sie auch für die Betreuung von neun Schützlingen anderer Eigentümer. So hat ein bulgarischer Besitzer sieben Pferde nach Hoppegarten überstellt. ‚Es handelt sich dabei um zwei Youngster und fünf Dreijährige. Erst sollte ein eigener Trainer hier arbeiten, doch scheiterte dies u.a. an sprachlichen Problemen. Nun bereiten wir sie vor. Der Besitzer baut sich gerade eine Zucht in Bulgarien auf und investiert recht ordentlich‘.
Karen Haustein ist nicht zum ersten Mal in Hoppegarten. Als ihr ehemaliger Mann Werner Haustein der Hoppegartener Diana-Abteilung als Trainer vorstand, konnte sie die Gegebenheiten und die natürlich auch andere Mentalität vor Ort für fast zwei Jahre kennenlernen.
‚Ich reite in der Arbeit selber mit und denke, dass dies hier auch von Vorteil zur Beurteilung ist. Das Gelände ist so groß und weitläufig, nur ein Teil ist einsehbar‘, so ihre Aussage. Weiter mit im Boot als Jockey am Stall ist David Vincent Smith, der durch viele Verletzungen im letzten Jahr eine sehr zerfahrene Saison hatte.
‚Er hat striktes Verletzungsverbot bekommen‘, flachst seine neue Chefin, und man sollte nicht vergessen, welchen Anteil Smith an den Black Type-Erfolgen unter seinem vorherigen Trainer Lord John FitzGerald in Hoppegarten hatte. Man weiß zudem, welches Potential in der Auenqueller Zucht steckt, und so würde es auch nicht überraschen, wenn Karen Haustein ein ordentlicher Karrierebeginn in ihrer neuen Heimat gelingt. Dies würde dann ihren Anteil bedeuten für eine neue Zeit, für einen Neustart der Rennbahn Hoppegarten.












